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Vor 175 Jahren starb der "Stille Nacht"-Dichter Joseph Mohr

25. November 2023 in Chronik, 3 Lesermeinungen
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Ewige Ruhe fand der Leichnam des Priesters in Wagrain - sein Kopf in Oberndorf.


Salzburg (kath.net/ KAP)
Es war der Barbara-Tag (4. Dezember) 1848: Um 8.30 Uhr starb im Wagrain im Salzburger Land der "Hochwürdige Herr Joseph Mohr, Vikar von hier", wie es im Sterbebuch heißt. Eine Lungenlähmung war dem 56-Jährigen zum Verhängnis geworden. Schon einen Tag später fand auf dem Friedhof der Kirche Sankt Rupert die Beerdigung statt. Der Geistliche hinterließ neben geflickten Kleidern so wenig, dass kaum die Kosten des Begräbnisses gedeckt werden konnten. Schon zu Lebzeiten hatte er seine Einkünfte verschenkt und etwa in die neue Schule im Ort investiert. Sein größtes Vermächtnis aber ist der Text für das weltbekannte Weihnachtslied "Stille Nacht".
Dem Dienst am Herrn und den Menschen hatte Mohr sein geistliches Leben gewidmet. Nicht in einer "stillen Nacht", sondern mittags um 12 Uhr kam er am 11. Dezember 1792 in Salzburg zur Welt. Als Mutter wird eine "Anna Schoiberin, led. Standes" genannt, als Vater ein "Franz Moor; Musquetier, led. Standes". Dieser war bereits ein gutes halbes Jahr vor der Niederkunft desertiert. Für die Frau war der Junge das dritte uneheliche Kind, nur ein Mädchen hatte überlebt.
Schon vier Stunden später taufte der Pfarrer das Kind auf den Namen "Josephus Franziskus". Gern behauptet, aber falsch ist laut der Historikerin Dietlinde Hlavac, dass der Salzburger Scharfrichter Taufpate gewesen sein soll. Kirchliche Dokumente belegten, dass Franziska Zachin, "anstatt des Joseph Wohlgemut, Scharfrichter", das Kind über das heute noch existierende bronzene Taufbecken im Dom gehalten hat.
Hlavac führt in ihrer 2015 erschienen Biografie über Mohr auch aus, dass über dessen frühe und wahrscheinlich ärmlichen Kinderjahre so gut wie nichts bekannt sei. Das Schicksal meinte es dennoch gut mit ihm. In Domvikar Johann Nepomuk Hiernle fand er einen Förderer. Dieser unterrichtete den talentierten Buben und ermöglichte ihm von 1808 bis 1810 sogar ein Studium in Kremsmünster. Dabei verdiente sich Mohr seinen Unterhalt durch Instrumentalmusik und Gesang.
Die Priesterausbildung war geprägt vom aufklärerischen Geist des letzten Salzburger Fürsterzbischof Hieronymus von Colloredo, der den Aufbau des Schulwesens und eine bessere Bildung für Priester wollte. Sie sollten seine Reformen dem Volk nahebringen, nicht nur Seelsorger sein, sondern zugleich Lehrer mit umfassendem Wissen in Psychologie, Gesundheit, Naturlehre und Landwirtschaft. Besonders auf deutsche Kirchenmusik wurde Wert gelegt, um auch zu verstehen, was gesungen wird.
All dies dürfte Mohr geprägt haben. Als lediges Kind brauchte er jedoch eine Dispens, um geweiht werden zu können. Am 20. August 1815 war es soweit. Mit 23 Jahren wurde er zum Diakon und einen Tag später zum Priester geweiht. Seine erste Dienststelle trat Mohr in der bayerischen Ramsau an. Quellen zufolge soll er ein humorvoller, volksverbundener Mensch gewesen sein, der gut predigen konnte, ein Herz für die Armen hatte und seine Schäflein auch im Wirtshaus aufsuchte.
Gern griff Mohr zur Gitarre und gab Gstanzl, lustige Spottgesänge, zum Besten. 1817 lernte er in Oberndorf, wo er als Hilfspriester hinbeordert wurde, den Lehrer und Organisten Franz Xaver Gruber (1787-1863) kennen. Daraus wurde eine Freundschaft fürs Leben. Für die Christmette 1818 hatte Mohr den Text für ein Lied zum Singen nach dem Hochamt vor der Krippe geschrieben, für das Gruber die Melodie komponierte. So erklang "Stille Nacht" zum ersten Mal. Gruber sang Bass, Mohr Tenor. Zur Begleitung erklang eine Gitarre. "Das Lied hat gefallen", hieß es. Gesungen wurden damals sechs Strophen. Ein Jahr später verließ Mohr Oberndorf; sieben weitere Einsatzorte folgten.
Auf seinem Wagrainer Grab befindet sich auf dem schmiedeeisernen Kreuz ein Porträtbild von Mohr, das reiner Fantasie entspringt. Denn der Geistliche ließ sich zu Lebzeiten nie malen. Um für ein Denkmal ein authentisches Antlitz von ihm zu erstellen, ließ der Bildhauer und Pfarrer Josef Mühlbacher 1912 den Schädel exhumieren und nahm ihn mit nach Wien. Zurück kam das Haupt nicht mehr, sondern es blieb in Oberndorf. Dort wurde es in die im August 1937 neu errichte "Stille Nacht"-Gedächtniskapelle quasi als "Reliquie" eingemauert. Wie Mohr wirklich aussah, bleibt indes weiter ein Geheimnis.


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Lesermeinungen

 Hängematte 26. November 2023 
 

In einem Jahr hatten wir eine Schönstatt-Familientagung in Wagrain

mit einem Pater aus Ruanda als geistlicher Begleiter, welcher des Deutschen mächtig war. Die Messen hatten wir in der Pfarrkirche von Wagrain. Einmal bat der afrikanische Pater, dass wir mitten im Sommer in der Kirche von Josef Mohr das "stille Nacht, heilige Nacht" für ihn singen. Es war sehr berührend. Anschließende besuchten wir das Grab von Josef Mohr.


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 SalvatoreMio 25. November 2023 
 

"Stille Nacht, heilige Nacht" - Die Geschichte eines Liedes

Vor 1 Jahr bekam ich mit obigem Titel obiges Büchlein geschenkt, 89 Seiten; Verfasser Dr. Klaus Sauerbeck, aus dem SCM-Shop.de. Es ist besonders hübsch, mit einem blauen Einband wie Samt, goldener Aufschrift und Sternen. Auch innen ist es sehr liebevoll gestaltet. Der Preis ist auf die Hälfte reduziert - auf nur noch @ 4,99. Man kann es sich online ansehen mit vielen Details.
Vielleicht wird diese ganz private "Werbung" erlaubt.


1
 
 Chris2 25. November 2023 
 

Eine faszinierende Persönlichkeit,

deren tröstliches Vermächtnis in Form eines Liedes weltweit bekannt ist und in wahrscheinlich fast allen Sprachen gesungen wird.
Die Weihehürde für unehelich Geborene war übrigens nicht "persönlich gemeint", sondern sollte verhindern, dass allzu negative Prägungen das Priesterleben überschatten. Wie wir bei Joseph Mohr sehen, gab es ja Dispense für geeignete Kandidaten.
Generell hoffe ich, dass die Geringschätzung außerehelicher Kinder primär ein "Zeitgeistphämomen" war, denn was können Kinder dafür, in welche Verhältnisse sie geboren werden?


3
 

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