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Gott und Ich

26. April 2023 in Buchtipp, keine Lesermeinung
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Leseprobe aus dem Buch „Gott und Ich“ von Eckehard Bamberger.


Wien (kath.net/ mg)
2. Kapitel
Der Glaube der Kirche ist unser zweites Leben

„Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Matthäus 28,18-20)

Meine ersten Glaubenserlebnisse
Wer in kirchlichen Zeitschriften blättert, findet nicht selten Beiträge von Frauen und Männern, die von den Umständen und vielen Problemen zu erzählen wissen, welche es aus dem Weg zu räumen gab, um (wieder) an Gott glauben zu können. Bekenntnisse dieser Art vermögen Unentschlossenen tatsächlich manch wertvollen Tipp zu geben und ihnen Mut zu machen, den Glauben an Gott, der das Leben des Menschen erst sinnvoll macht, als Kostbarkeit zu erkennen. „Da die Weitergabe des Glaubens durch die Kirche auch über die Achse der Zeit von Generation zu Generation verläuft, unterliegt der Zugang zum Glauben, wie auch sein Heranwachsen, dem gesellschaftlichen Umfeld dieser Zeit“ (Papst Franziskus im Wortlaut).

Aufgrund seines doch schon etwas höheren Alters möchte der Autor den Leserinnen und Lesern einen Einblick geben, wie gut es in den ersten Nachkriegsjahren im wieder entstandenen Österreich mit dem Glauben an Gott bestellt war. Die Grauen des Zweiten Weltkrieges ließen sich im Schoß der Kirche leichter ertragen, was die hohe Anzahl der Kirchenbesucher in vielen Pfarreien, die bis zu 80 Prozent der Bevölkerung betragen konnte, erklärt. Für einen jungen Christen, der in Schwanenstadt in Oberösterreich, einem Städtchen mit 2.000 Einwohnern, beheimatet war, war es eine Selbstverständlichkeit, am pfarrlichen Leben aktiv teilzunehmen. Meine Mutter, deren Bruder im KZ Mauhausen ums Leben kam, war – um ein persönliches Beispiel anzuführen – eine tägliche Besucherin der Gottesdienste und ich selbst ministrierte damals mit großem Fleiß.

Die „Ausrüstung“ meiner Mutter für ihren Kirchgang ist mir unvergesslich geblieben. Diese bestand aus zwei Einkaufstaschen aus Stoff. In einer der Taschen befand sich eine Blechkanne, die sie dazu brauchte, um nach der Heiligen Messe bei einem Bauern Milch zu holen und Einkäufe beim Bäcker zu tätigen, die andere war hingegen mit Gebetbüchern vollgestopft. Vom Gewicht her dürften beide Taschen gleich schwer gewesen sein – in der einen die eingekauften Waren, in der anderen die Gebetbücher. Da ich wusste, wie viel der Glaube meiner Mutter bedeutete, sah ich in meiner Phantasie in der Einkaufstasche ein Symbol der Notwendigkeiten für das irdische Leben, hingegen deutete ich die Tasche mit den Gebetbüchern als ein Zeichen dafür, dass wir Menschen ein zweites, ein überirdisches Leben haben und das Gebet die Nahrung für das himmlische Leben wäre.


Damals gab es außer den in lateinischer Sprache zelebrierten Messen auch noch sogenannte stille Messen, die an den beiden Seitenaltären unserer Kirche von ortsfremden oder schon pensionierten Priestern gelesen wurden, und das manchmal sogar zeitgleich! Stille Messen gaben zu dieser Zeit Raum für das Rosenkranzgebet, wie auch für Lesungen aus Gebetbüchern. Meine Mutter und mein Vater, der von Beruf Bahnhofsvorstand und zusätzlich als Gemeinderat tätig war, hatten durch ihre Mitarbeit in der Katholischen Männer- und Frauenbewegung freundschaftliche Kontakte zu unserer Geistlichkeit. Ich besuchte, wie schon erwähnt, das Gymnasium in Ried im Innkreis und so gab es in den Sommerferien viel Zeit zum Faulenzen.

 Darum hatte unser Herr Pfarrer und Dechant die Idee, mir eine Beschäftigung anzuvertrauen, die darin bestand, mich in die zu Schwanenstadt gehörenden Pfarreien zu schicken, um die Kirchensteuer einzuheben! Ausgerüstet mit Formularen und Adressenlisten zog ich als Fünfzehnjähriger los, von Ortschaft zu Ortschaft unseres Dekanats, von Bauernhaus zu Bauernhaus, von Wohnung zu Wohnung. Für mich war’s ein Abenteuer, für unseren Herrn Dechant ein Gewinn. Soweit ich mich erinnere, gab es für mich nirgends eine Abfuhr oder gar einen Hinauswurf. Man kann sich heute vieles vorstellen, aber einen Jugendlichen offiziell loszuschicken, um Geld für die Kirche „einzutreiben“, das wohl nicht!

Für einen Ort wie Schwanenstadt, dessen Bewohner nicht nur dem Taufschein nach, sondern durch und durch katholisch und wirklich gläubig waren, war es beinahe eine Katastrophe, als eines Tages die Meldung verbreitet wurde, dass die „Zeugen Jehovas“, denen damals der Status einer Sekte zukam, der Stadt eine Werbekampagne abstatten würden. Kein Wunder, dass die Schwanenstädter in Aufruhr gerieten und sie sich überlegten, welche Maßnahmen zu treffen wären, dieser Kampagne aus katholischer Sichtweise zu begegnen.

Da mich die Geschichte des katholischen Glaubens immer schon fasziniert hat, trug ich mich an, ein Schreiben zu verfassen, in welchem ich versuchen würde die Gründe freizulegen, weshalb die Zeugen Jehovas bei den Bewohnern unserer Stadt keine Chance hätten, Gehör zu finden. Ich besuchte damals die 7.Gymnasialklasse und war erpicht, entsprechende Argumente ausfindig zu machen, um im Gegenzug „Werbung“ für Jesus Christus und seine Kirche zu machen. Da ich keine Ahnung hatte, welche religiösen Ansichten die Bibelforscher hatten (wie die Zeugen Jehovas damals auch genannt wurden), war ich froh, als ich ein Informationsblatt erhielt, und ich mir dadurch ein Bild von ihrer Lehre machen konnte. Aus dieser Vorlage bastelte ich eine „Entgegnung“, die am Sonntag darauf, nach den Heiligen Messen, an alle Kirchenbesucher verteilt wurde. An den Inhalt meiner „Streitschrift“ kann ich mich nicht mehr im Detail erinnern. Was mir im Gedächtnis geblieben ist, war die mit großen Lettern gestaltete Überschrift „Die Sünde der 144.000“.

Was mich damals in Rage brachte, war, dass die Bibelforscher Gott unterstellen, nur eine winzig kleine Menschenschar von 144.000 nach ihrem Tod in seinen Himmel aufzunehmen! Viel später habe ich dann nachgelesen, was Jehovas Zeugen noch so alles lehren. Unabhängig davon, dass die Bibelforscher in Deutschland wie in Österreich mittlerweile den Status einer staatlich eingetragenen Religionsgemeinschaft erreicht haben, ändert es nichts daran, dass die von ihnen vertretenen Lehren von mir, nach wie vor, als religiöser Humbug bewertet werden.
Dass die Provenienz der Zeugen Jehovas die USA sind, darf einen nicht wundern. So staunte ich nicht schlecht, als ich Jahre später in Florida in Okeechobee, einer Stadt mittlerer Größe, Hinweistafeln mit der Aufschrift Churches of Okeechobee Welcome You fand, mit sage und schreibe 26 unterschiedlichen „Kirchen“. Von nordamerikanischen Do-it-yourself-Kirchen gewann ich den Eindruck, dass die Bibel nicht viel mehr als eine spirituelle Wühlkiste sein müsse, aus der diese Kirchen ihr religiöses Programm zurechtzimmern. Für mich hatte es damals den Anschein, dass jeder, der sich dazu „berufen“ fühlt, das Wort Gottes öffentlich zu machen, seine eigene Kirche auf Grundlage der Vereinsgesetze und seiner persönlichen Auslegung des Evangeliums inszeniert.

Aus beruflichen Gründen wurde in den 1960er-Jahren Wien für mich zur zweiten Heimat. Viele Menschen, die mir aus Jugendjahren bekannt waren, sind seither verstorben, was zur Folge hatte, dass meine Nostalgiebesuche in Schwanenstadt spärlicher geworden sind. Das Städtchen selbst hat der Zeit entsprechend an Größe und Einwohnerzahl zugenommen, wenn auch die im neugotischen Stil errichtete Pfarrkirche mit mehr als 1.000 Sitzplätzen wie eh und je immer noch das Stadtbild dominiert und ihm Flair und Würde verleiht. Da Urlaub im Salzkammergut seit Jahren zu meinen Pflichtterminen zählt, ist dies jedes Mal eine gute Gelegenheit, die Ausfahrt der A1 in Laakirchen zu nehmen, um meine Heimatstadt, schon der Kirche wegen, aufzusuchen.

Wieder einmal an einem Sonntag betrete ich am frühen Morgen die Kirche, um an der Heiligen Messe teilzunehmen. Ich genieße die Stille des Gotteshauses und nichts stört meine Gedanken, die mich wie schon oft in die Zeit meiner Ministrantenjahre zurückversetzen. Wie sich seither die Zeiten verändert haben, auch was das Beichten betrifft. Nach wie vor stehen drei Beichtstühle in der Beichtkammer, direkt neben dem linken Seitenaltar. Man brauchte damals viel Geduld, um an Feiertagen seine Sünden los zu werden. Bis zu einer halben Stunde Wartezeit war die Normalität. Schlange stehen vor den Beichtstühlen, wo finden wir ein derartiges Gedränge heute noch in einer Pfarrkirche? Ich schaue auf die Uhr. In zehn Minuten müsste der Gottesdienst beginnen. Ich zähle bloß 35 Besucher, was mich staunen lässt. Sollte ich mich etwa in der Zeit geirrt haben? Ich verlasse die Kirche, gehe zur Anschlagtafel und bin fassungslos: Keine Heilige Messe an diesem Sonntag, stattdessen ein Wortgottesdienst! Es ist kein Geheimnis, dass der sonntägliche Kirchenbesuch seit langem rückgängig ist. So ergab eine Erhebung der Dompfarre St. Stephan in Wien, dass nur mehr 3 Prozent der Wienerinnen und Wiener die Sonntagsmesse besuchen. Solche Verhältnisse aber in meinem Schwanenstadt anzutreffen, das schockiert mich, wo ich doch all die Jahre diesen Ort als meinen privaten Gradmesser für die Glaubensstärke der österreichischen Bevölkerung angesehen habe. Trotz meiner großen Enttäuschung finde ich den Wortgottesdienst, der von einem Diakon geleitet wurde, würdevoll gestaltet. In der Wirklichkeit Gottes und zugleich in der Realität der Welt zu leben, ist eben zweierlei.

Klappentext
Die Texte dieses Buches sind Impulsgeber für Gottessucher und Fromme. Ein Leben mit Gott zu führen, bedeutet, in einer Partnerschaft mit Gott, die Quelle menschlichen Glücks gefunden zu haben. Wie aber kommt man zum Glauben? Dass der Glaube nicht von ungefähr kommt, hat wohl jeder von uns erfahren. Auch Lesen, Rechnen und Schreiben kamen nicht von selber.

Was aber geschieht, sollte man das Pech haben, niemanden zu kennen, der mit Religion und Gott etwas anzufangen weiß? Wäre das etwa ein Grund, sein ganzes Leben lang glaubenslos bleiben zu müssen? Der persönliche Glaubensweg des Autors gibt auf unterhaltsame Weise Antwort und beleuchtet den Glauben der Kirche, als das zweite Leben eines Christen.

 

Buchtipp:
Gott und Ich – Eine Partnerschaft für immer und ewig

Autor: Eckehard Bamberger
Seitenanzahl: 174 Seiten, gebunden, Hardcover
ISBN: 978-3950349924
Verlag: Olona Edition
Preis: 14,90 €
Mehr unter: www.olona-edition.at

 


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