Stardirigent Manfred Honeck: "Ich bete vor jedem Konzert"

8. August 2023 in Kultur


Aus Vorarlberg stammender Musiker im Südtiroler Katholischen Sonntagsblatt: "Der Glaube ist für mich das Allerwichtigste" - "Inzwischen ist es aber auch so, dass mich oft Musiker fragen, ob sie mit mir beten dürfen. Das finde ich sehr schön"


Bozen  (kath.net/KAP) "Der Glaube ist für mich das Allerwichtigste." Das sagte der aus Vorarlberg stammende Stardirigent Manfred Honeck in einem Interview des Südtiroler "Katholischen Sonntagsblatts" (Freitag) anlässlich eines Auftritts in Bozen. "Stelle Gott in den Mittelpunkt deines Lebens, alles andere wird dir gegeben werden": Nach dieser Maxime versuche er zu leben - mit allen Schwankungen, die es bei jedem Menschen gebe. Dass der Glaube für ihn "das Zentrum" seines Lebens bilde, ist für Honeck "auch der Grund, warum ich jeden Tag und auch vor jedem Konzert bete". Er versuche, seinen Glauben "nicht zur Schau zu stellen", stehe aber dazu, ohne sich darum zu kümmern, was andere Menschen denken, teilte der Musikdirektor des Pittsburgh Symphony Orchestra mit. "Inzwischen ist es aber auch so, dass mich oft Musiker fragen, ob sie mit mir beten dürfen. Das finde ich sehr schön." Die Musik empfindet Honeck als "göttlich". Sein Verständnis für die Musik wachse mit dem Glauben. "Natürlich muss man sich auf jedes Dirigat, auf jede Partitur gewissenhaft vorbereiten", erklärte der Dirigent. "Aber für den letzten Schliff, für die letzte Eingebung, die Vision und die Kreativität hilft mir persönlich der Glaube sehr viel." Honeck sprach von "Gedanken, die durch den Glauben in andere Welten führen" - was für die musikalisch unverzichtbare Kreativität enorm wichtig sei. Glaube bestimmt auch Familienleben Auch innerhalb seiner Familie sieht der 64-jährige Vater von sechs Kindern den Glaube stark verankert: "Wir versuchen, das zu leben, was der Glaube besonders verlangt - die Liebe, die Freude, die Hoffnung." Die entscheidenden Fragen des Lebens und was danach kommt, beantworte seine Familie mit Gott.

Miteinander den Glauben zu leben, gelinge nicht immer. "Aber wir bemühen uns", sagte Honeck. Einer seiner Söhne war Jesuit, habe sich aber noch vor der Priesterweihe entschieden, zu heiraten; die jüngste Tochter sei derzeit im Noviziat in Rom. Diese Entscheidungen hätten nichts mit ihm zu tun, so der Dirigent. "Ich habe sie nicht dazu gedrängt, diesen Weg zu gehen." Zugleich ermutigte er jeden, "immer wieder zu versuchen, gemeinsam zu bestimmten Zeiten zu beten, Tischgebete zu sprechen oder gemeinsam die Messe zu besuchen". Manfred Honeck gilt als einer der weltweit führenden Dirigenten.

Seit 2008 ist er Musikdirektor des Pittsburgh Symphony Orchestra und steht als Gastdirigent am Pult aller führenden internationalen Klangkörper. Honeck wurde 1958 in Nenzing in Vorarlberg geboren. Er absolvierte seine musikalische Ausbildung an der Hochschule für Musik in Wien. Seine langjährige Erfahrung als Mitglied der Wiener Philharmoniker und des Wiener Staatsopernorchesters war nachhaltig prägend für seine Arbeit als Dirigent. Honecks Bruder Rainer ist Konzertmeister der Wiener Philharmoniker. (

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