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Kardinal Gambetti vollzieht Bußritus für geschändeten Papstaltar des Petersdoms

4. Juni 2023 in Aktuelles, 2 Lesermeinungen
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Gambetti bei Bußritus für Confessioaltar: „Wir sind hier, um dem Herrn zu sagen: ‚Wir erkennen, dass diese Strukturen der Sünde das persönliche Handeln und das Handeln der Gesellschaft bedingen‘ und ‚Herr, wir bitten dich um Vergebung.‘ Reinige uns‘“


Vatikan (kath.net/pl) „Es ist tröstlich zu wissen, dass Kardinal Gambetti heute in der Petersbasilika einen Bußritual zelebriert hat, nachdem der nackte Demonstrant auf dem Papstaltar gestanden hatte.“ So kommentiert die US-amerikanische Kunsthistorikerin und Autorin Elizabeth Lev auf Twitter den Bußritus, den Kardinal Mauro Gambetti am Samstag um 12 Uhr zelebriert hatte, wie das Presseamt des Vatikans bestätigte. Nach Darstellung von „Vatican News“ hatten an diesen Bußritus die Kanoniker des Peterskapitels sowie Gläubige teilgenommen. Gambetti ist Generalvikar des Papstes für die Vatikanstadt, er ist Erzpriester des Petersdoms sowie der Präsident der St. Peter-Dombauhütte.

Zu Beginn dieses Wortgottesdienstes war der Altar ungeschmückt als Zeichen der Buße, berichtete „Vatican News“ in seiner italienischsprachigen Ausgabe. Kardinal Gambetti erläuterte in der Einleitung zunächst den Sinn der Feier: „Wir sind hier versammelt, um erneut unseren Glauben zu bekennen und um Barmherzigkeit zu bitten“, sagte er. Dann fand die schlichte Liturgie statt. Gambetti sagte in der Predigt: „Es ist die Struktur der Sünde, von der Johannes Paul II. sprach, die den Krieg, die Kriege, anheizt“, eine „Struktur der Sünde, die sich in unseren Gesellschaften“ verbreite, nicht zuletzt durch den starken Individualismus. „Es ist auch diese Struktur der Sünde, die dazu führt, dass ein Mensch, der sich vielleicht nicht gehört fühlt, auf die Armut der Welt aufmerksam machen möchte, etwa auf die Situationen, in denen die Kinder der Ukraine leben“, der dann denkt, dass man ihm vielleicht zuhöre, wenn er hier am Confessioaltar eine unangemessene, wirklich unangenehme Geste mache, so wie es neulich passiert sei. Dann bat Kardinal Gambetti Gott um Vergebung für die Sünden der Menschen: „Wir sind hier, um dem Herrn zu sagen: ‚Wir erkennen, dass diese Strukturen der Sünde das persönliche Handeln und das Handeln der Gesellschaft bedingen‘ und ‚Herr, wir bitten dich um Vergebung.‘ Reinige uns. Reinige uns.‘“


Die Liturgie wurde mit dem Credo fortgesetzt, dann wurden nach der Segnung des Weihwassers Bußlitanereien gesungen und der Altar besprengt. Dann begannen zwei Ordensfrauen der Töchter des Heiligen Josef (diese sind verantwortlich für alle Altäre des Petersdoms), den Altar wieder zu schücken, indem sie das große Altartuch auf ihn legten sowie Kerzen, Kreuz und einige Blumen aufstellten. Der Kardinal inzensierte den Altar. Dann betete die Gottesdienstgemeinde das Vaterunser, der Kardinal erteilte den Schlusssegen und zog nach dem gemeinsamen Save Regina aus.

Elise Ann Allen, Chefkorrespondentin des US-amerikanischen katholischen Nachrichtenmagazins „Crux“ kommentierte: „Der Vorfall vom Donnerstag hat Sicherheitsbedenken und Zweifel an der Wirksamkeit der Sicherheitsmaßnahmen des Vatikans aufkommen lassen. Denn der Mann hatte Zeit, sich völlig auszuziehen und unbemerkt auf den Altar zu klettern, bevor schließlich der Alarm ertönte – und es handelt sich um den jüngsten Sicherheitsverstoß in einer längeren Reihe neuerer Sicherheitsverstöße.“

Der nackte Mann russischer Herkunft und mit polnischer Staatsangehörigkeit hatte auf seinem Rücken mit Filzstift die Aufschrift „Rettet die Kinder der Ukraine“. Der – Medienberichten zufolge – stark depressive Mann widersetzte sich nicht, als er von den Sicherheitskräften vom Confessio-Altar heruntergeholt und angezogen wurde (siehe Link). Die vatikanischen Behörden übergaben ihn an die italienische Polizei, diese ordnete an, dass er das italienische Hoheitsgebiet verlassen muss.

 


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Lesermeinungen

 ThomasR 5. Juni 2023 
 

und nach der blasphemischen* und schismatischen ** Predigt

von Dr Margot Käßmann
2010 bei ÖKT in München von der Kanzel im Münchner Dom
gab es zwar einige Erklärungen (es ist u.A. rausgekommen, daß Text der Rede von Frau Dr. Margot Käßmann den Veranstaltern von der ÖKT vorher vorgelegt wurde)
aber letztendlich kein Pardon und kein Bußritus in der Münchenr Frauenkirche

*blasphemisch aus katholischer Sicht da Pile "kein Geschenk Gottes" nach der allgemein herschenden Meinung ist- Pille als Geschenk Gottes zu betrachten steht im Widerspruch zur Lehre sowohl von Luther als auch von Bonnhoeffer

** schismatisch da Frau Dr. Käßmann auf mehre Kirchen hingewiesen hat und aus katholischer Sicht gibt es nur eine Kirche mit Ost und Westflügel.

Die ameriknaischen Stiftungen schicken kein Geld mehr nach Rom (sind dazu auch nicht verpflichtet) damit ist mit Einstellung von zusätzlichen Sicherheitskräften in Rom eher nicht zu rechnen.


1
 
 winthir 4. Juni 2023 

So allmählich

Sollte man über Sicherheit nachdenken. Das Tempo der Alarmkette war ja wohl einer Schneckenpost würdig


1
 

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